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Erfahrungsberichte
„Spermienkonkurrenz“
Vor vielen Jahren war ich mit einem schon lange ungewollt kinderlosen Paar bekannt. Die beiden spielten bereits mit dem Gedanken einer Adoption; eines Tages fragten sie mich, ob ich für sie Samenspender sein wollte. Nach Ausdiskutieren der Rechtssituation willigte ich ein. Da es ohnehin Sympathie gab, wählten wir den natürlichen Zeugungsweg. Der Zeitpunkt - kurz vor dem zu erwartenden Eisprung - war gut gewählt und die nächste Regelblutung blieb aus, ein anschließender Test war positiv. Frustrierend war, was allerdings auch statistisch sehr häufig vorkommt, dass der Embryo nach wenigen weiteren Wochen verlorenging.
Weshalb ich schreibe, ist nun allerdings, dass diese Frau kurz darauf von ihrem Ehemann schwanger wurde. Erst Jahre später bin ich auf den ursächlichen Zusammenhang gestoßen: Wenn Männer von der Untreue ihrer Frau etwas mitbekommen, steigert das ihre Testosteronproduktion. Wissenschaftler fanden sogar heraus, dass das Hodengewicht zunimmt. Die Natur rüstet solche Männer offensichtlich für eine erfolgreiche "Spermienkonkurrenz" gegen den Samen anderer Männer, die mit derselben Frau schlafen. Untreue kann also für eine Partnerschaft auch sehr positive Seiten haben. Ich frage mich, ob da nicht von Fall zu Fall (wohl ausgewählter) Partnertausch mit gleichermaßen Betroffenen ein auch moralisch vertretbarer Weg wäre.
Gruss Kris Eintrag vom 22.6.2007

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