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Gesundheit-SprechStunde - Heft-Nr. 4 vom 24. März 2000 In-Vitro-Fertilisation Das Wunschkind aus dem Reagenzglas Jedes sechste Paar in der Schweiz bekommt auf normalem Weg keinen Nachwuchs. Die Fortpflanzungsmedizin kann vielen den Kinderwunsch trotzdem erfüllen. Endokrinologe PD Dr. Bruno Imthurn über die Befruchtung im Reagenzglas. von Ronica Bonilla Gurzeler 14 Jahre waren Heidi und Fritz Zimmermann schon verheiratet, als ihr sehnlichster Wunsch endlich Wirklichkeit wurde. «Wir hatten schon gar nicht mehr damit gerechnet, ein Kind zu bekommen», sagt die Glarnerin. Marion ist heute achtjährig, gesund - der Sonnenschein der Familie. Mit 21 hat Heidi Zimmermann ihren sechs Jahre älteren Mann geheiratet, «um eine Familie zu gründen», wie sie sagt. Als sie nach zwei Jahren immer noch nicht schwanger war, ging sie zum Arzt. Bald war klar: Heidi Zimmermanns Eileiter waren verwachsen, möglicherweise durch eine frühere unbehandelte Infektion. Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Paare leiden an Fruchtbarkeitsstörungen. Zu je 30 Prozent liegen die Ursachen beim Mann, bei der Frau oder bei beiden gleichzeitig. Bei 10 Prozent der Paare können keine organischen Störungen gefunden werden, ein psychischer Hintergrund wird vermutet. In den folgenden Jahren unterzog sich Heidi Zimmermann einer Hormonbehandlung, liess sich die Eileiter spülen und mikrochirurgisch öffnen. Drei Eileiterschwangerschaften waren die Folge, an der letzten wäre die Postangestellte fast verblutet. «Als die Eileiter ein Jahr später wieder zu waren, gaben wir unsere Hoffnungen auf. Das war eine traurige Zeit», erinnert sich die 44-Jährige. Auch Zimmermanns hatten von Louise Brown, gehört, dem ersten Retortenbaby, das 1978 in England zur Welt gekommen war. «Zukunftsmusik», dachten sie damals. Doch bereits ab 1982 wurde die Invitro-Fertilisation (IVF), die Befruchtung ausserhalb des Mutterleibs, auch in der Schweiz praktiziert. 1988 entschieden sich Zimmermanns nach ausführlichen Informationen und Untersuchungen am Unispital Zürich für die neue Methode. «Eileiterverwachsungen oder fehlende Eileiter sind die klassischen Indikationen für eine In-vitro-Fertilisation», sagt PD Dr. Bruno Imthurn, leitender Arzt an der Frauenklinik des Unispitals Zürich. Erfolgreich kann IVF auch bei schlechter Spermaqualität oder -quantität sein. Bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit wird heute IVF kombiniert mit der ICSI- Methode angewendet, der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion, bei welcher eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert wird. |
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