![]() |
|
||||||||||||||||||||||
|
Weltwoche Ausgabe Nr. 10/00 vom 9. März 2000 Ein Baby aus der Retorte, natürlich! Jedes sechste Paar, das ein Kind will, leidet an Sterilität. Sie können sich in der Schweiz in neunzehn «Kinderwunschzentren» behandeln lassen. Mit einer längst etablierten Technik von Kathrin Meier-Rust Geschlechtsakt in der Glasschale:
früher umstritten, heute Routine Um sie kreist das Denken und
Tun dieser Basler Mediziner. Ärztlich assistierte
Reproduktionsmedizin wird heute in der Schweiz von 19 Zentren angeboten,
staatlich-universitären ebenso wie privaten. Grosse Zentren, zum Beispiel
die Uniklinik in Lausanne, behandeln über tausend Paare pro Jahr. Nenad
Pavic und Jean-Claude Spira betreuten dagegen im letzten Jahr - ihrem
ersten - gerade vierzig Paare. Ihr Kinderwunschzentrum ist eine Art virtuelles
Kompetenzzentrum: Jeder Gynäkologe führt eine eigene Praxis, beide arbeiten
aber bei den Sterilitätsbehandlungen eng zusammen und benutzen dieselbe
Infrastruktur eines Speziallabors und einer Privatklinik. Braucht die Schweiz so viele IVF-Zentren? «Eine IVF-Behandlung ist sehr zeitaufwendig», erklärt Jean-Claude Spira. «Da ist es von Vorteil, wenn sie dezentral angeboten wird und nicht für jeden Termin lange gereist werden muss. Dazu kommt: Die Behandlung ist sehr belastend - körperlich, emotional, finanziell. In kleinen Zentren finden Paare eine individuellere und persönlichere Betreuung, während die grossen Zentren zwar rationeller arbeiten können, aber eben auch Fliessbandbetrieb bieten.» |
|||||||||||||||||||||||