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Newsflash
Ein Paar, das gerne Kinder hätte und keine bekommt, soll sich möglichst rasch in der Kinderwunsch-Sprechstunde beraten und von Spezialisten untersuchen lassen, und zwar die Frau und der Mann. So lautet das Fazit einer Informationsveranstaltung des Vereins Kinderwunsch in der Frauenklinik Luzern. CE. "Jedes sechste Paar ist ungewollt kinderlos," stellte Dr. Anne-Catherine Girard, Leitende Ärztin an der Frauenklinik Luzern an der Informationsveranstaltung vom Samstag statt. Für die gut 50 Betroffenen, die an dem vom Verein Kinderwunsch organisierten Anlass teilnahmen, war dies ein Trost, vor allem aber auch, andere Paare persönlich anzutreffen, die ebenfalls von unerfülltem Kinderwunsch betroffen sind. "Es ist wichtig, dass die Ursachen der Sterilität möglichst rasch abgeklärt werden, spätestens ein Jahr, nachdem der ungeschützte Geschlechtsverkehr nicht zu einer Schwangerschaft führte," betonte Girard. Der Urologe Dr. Markus Zurkirchen räumte mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass nämlich meist die Frauen "schuld" seien an der ungewollten Kinderlosigkeit: " In einem Drittel der Fälle liegt die Ursache beim Mann, bei einem Viertel bei beiden. Bei der Hälfte der Fälle ist also der Mann mitbeteiligt oder Verursacher der ungewollten Kinderlosigkeit." Auch Zurkirchen unterstrich, dass eine rasche Abklärung wichtig sei und dass die Untersuchung des Mannes mit einem Spermiogramm dazu gehöre. Habe der Mann sehr wenig oder schlechte Samen, könne dem Paar durch die Aufbereitung oder die Entnahme der Samen aus dem Hoden oder Nebenhoden geholfen werden. Anne-Catherine Girard erläuterte, dass je nach Ursache und Behandlungsmöglichkeit auch eine künstliche Befruchtung, eine sogenannte In Vitro Fertilisation (IVF) in Frage komme. Die Chancen, dank künstlicher Befruchtung schwanger zu werden, nehmen mit zunehmendem Alter ab, auch deshalb sei eine möglichst frühe Abklärung und Behandlung wichtig, erklärte Yvonne Tellini, Cheflaborantin im IVF-Labor der Frauenklinik Luzern. Bei der künstlichen Befruchtung sei es auch möglich, ein einziges Spermium in die Eizelle zu injizieren. Wie gross die Belastungen für die Frauen und die Paare sein können, schilderten an der Informationsveranstaltung zwei Betroffene: Marita Steiner Müller als dreifache Adoptivmutter sowie als Kunst- und Ausdruckstherapeutin und Karin Marchi als Initiantin der Selbsthilfegruppe Luzern. "Besonders Frauen geraten durch die grosse seelische Belastung aus ihrem inneren und äusseren Gleichgewicht - bis die Frau nichts und das Kind alles ist," stellte Marita Steiner fest. Karin Marchi wies auf die grosse gefühlsmässige Belastung hin: "Hoffnung und Enttäuschung, Schuldgefühle und Isolation begleiten betroffene Frauen und Paare. Es ist ein seelischer Dauerstress, eine emotionale Achterbahn, ein Hoffen und Bangen, Weinen und wieder stark sein." Beide Betroffenen unterstrichen, dass eine spitalexterne Beratung oder Betreuung oder der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe Frauen und Paare weiterbringen werde in der Verarbeitung des unerfüllten Kinderwunsches.
Infoline Kinderwunsch: 0848
86 86 80 oder infoline@kinderwunsch.ch
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