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Verein Kinderwunsch: Informationsveranstaltung vom 27.4.2002, St. Gallen

Was versprechen die neuen Operationsmethoden bei Sterilität?

Dr. Felix Häberlin

Für das Auftreten einer Schwangerschaft muss eine Samenzelle die Eizelle befruchten können. Dafür muss der Weg von der Scheide über den Gebärmutterhalskanal, die Gebärmutterhöhle und die Eileiter frei sein; diese Organe dürfen keine schweren Schäden aufweisen. Anschliessend wandert die befruchtete Eizelle - sich stetig zum frühen Embyo entwickelnd - durch den Eileiter zurück und nistet sich unter Umständen in die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle ein.

Dank der In-vitro-Fertilisation ist es möglich, insbesondere gestörte Eileiter zu umgehen und die Ei-und Samenzellen direkt ausserhalb des Körpers zusammenzuführen.

Bis in die Achtzigerjahre war der Versuch der operativen Wiederherstellung erkrankter Eileiter unter dem Operationsmikroskop oftmals die einzige Behandlungsmöglichkeit. Durch die Entwicklung der minimal invasiven endoskopischen Operationsmethoden (Bauchspiegelung, Gebärmutterspiegelung) ist es möglich geworden, wiederherstellende Eingriffe im Bereiche der Eileiter, der Eierstöcke und der Gebärmutter durchzuführen, ohne dass der Bauchraum eröffnet werden muss. Dies bedeutet für die Patientin erhöhten Komfort und schnellere Erholungszeit. Die Endoskopie in mikrochirurgischer Qualität erfordert allerdings ein mehrjähriges operatives Training.

Gelegentlich ist eine Operation für den Erfolg einer IVF-Behandlung Voraussetzung (z.B. Myomknoten in der Gebärmutterhöhle) oder empfehlenswert (z.B. endständiger Verschluss der Eileiter, gewisse Formen der Endometriose). Manchmal ist die Operation eine Alternative zu IVF (z.B. gewisse Formen von Verwachsungen im Unterleib) oder kann nach einer ev, erfolglosen IVF-Behandlung angewendet werden. Wichtig für den Erfolg der Rekonstruktion ist die korrekte Beurteilung der Situation, damit keine sinnlosen Operationen gemacht werden. Besondere Ansprüche an Sachkenntnis und Erfahrung stellt die Behandlung der schweren Endometriose (entzündliche Gebärmutterschleimhaut ausserhallb der Gebärmutterhöhle). Hier gilt es, einerseits die Krankheisherde vollständig zu entfernen und andererseits die Organe möglichst funktionstüchtig zu erhalten.

26.04.02, Dr. Felix Häberlin